


Unten im historischen Fustat, neben dem Ain-el-Sira-See, ist das NMEC das ruhige, moderne Gegenstück zum überfüllten Tahrir-Museum, und sein Herzstück ist unvergesslich. Die Königliche Mumienhalle ist eine bewusst gedämpfte, stille, unterirdische Galerie, in der zweiundzwanzig Könige und Königinnen, darunter Ramses II., Sethos I. und die weibliche Pharaonin Hatschepsut, in einzelnen klimatisierten Vitrinen liegen, fast wie in einer Krypta angeordnet. Sie kamen hierher in der Goldenen Pharaonenparade von 2021, einem im Fernsehen übertragenen Zug quer durch Kairo, der das Land in seinen Bann zog. Fotografieren ist in der Halle verboten, was die ehrfürchtige Stille nur vertieft; man steht den tatsächlichen Zügen von Herrschern gegenüber, die vor dreitausend Jahren lebten. Die obere Hauptgalerie verfolgt einen thematischen statt chronologischen Ansatz und zeichnet die ägyptische Zivilisation über Handwerk, Schrift, Textilien und Glauben nach. Sie ist weitläufig, wunderschön beleuchtet und selten überfüllt, leicht zwei bis drei Stunden und ein wahrhaft bewegendes Erlebnis.
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