


Hoch an den bewaldeten Hängen des Berges Koressos, etwa sieben Kilometer oberhalb von Ephesos, steht eine kleine Steinkapelle, die Pilger zweier Glaubensrichtungen anzieht. Die katholische Überlieferung besagt, dass die Jungfrau Maria hier ihre letzten Jahre verbrachte, vom heiligen Johannes nach Ephesos gebracht, und das Haus wurde im neunzehnten Jahrhundert nach den Visionen einer deutschen Nonne wiederentdeckt. Was auch immer man von der Geschichte hält, die Stätte ist von einer Reihe besuchender Päpste geehrt worden und wird als Ort stiller Andacht statt als Spektakel behandelt. Weil Maria, oder Meryem, auch im Islam tief verehrt wird, kommen muslimische Besucher in großer Zahl, was sie zu einem der seltenen Heiligtümer macht, die über Religionen hinweg herzlich geteilt werden. Die bescheidene Kapelle ist in wenigen Minuten besichtigt; die Atmosphäre ist der Punkt. Darunter speist eine Quelle, der man Heilkräfte nachsagt, Wasserhähne, an denen die Menschen Flaschen füllen, und eine nahe Mauer flattert mit Tausenden von Papiergebeten und Wünschen, angebunden von Besuchern aus aller Welt.
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